Wie lauten die Fakten?

Was mich persönlich besonders freut: Schaut man sich die Altersstruktur unserer Stadt einmal an, fällt auf, dass die Bevölkerungsgruppe der unter 18-Jährigen mit 16 Prozent im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten besonders groß ist.
Insgesamt besuchen 66.021 Schülerinnen und Schüler allgemeinbildende Schulen, 27.839 berufliche Schulen. An unseren Universitäten sind es insgesamt über 70.000 Studierende.

Was hat sich in den letzten Jahren geändert?

Kinder sind unsere Zukunft! Dabei dürfen wir aber nicht vergessen, dass wir in diese Zukunft kräftig investieren müssen!

Einführung des Schülertickets, Kinderbüro gestärkt

In den vergangenen Jahren sind wir einige große Schritte vorangegangen: Das Kinderbüro wurde organisatorisch gestärkt, das zentrale Anmeldesystem für Kitaplätze wurde eingeführt, zusätzliche Mittel für  pädagogische Mittagstische wurden bereitgestellt, es kam zuerst die Preissenkung für die CleverKarte und dann die Einführung des Schülertickets, mit dem jetzt alle Schülerinnen und Schüler für 1 Euro pro Tag den Nahverkehr in ganz Hessen nutzen können.

Kostenloser Eintritt in alle städtischen Museen

Seit Januar 2017 haben alle Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren kostenlosen Eintritt in alle 16 städtischen Museen. Darunter sind zum Beispiel das Weltkulturen Museum und das archäologische Museum – besonders empfehlen kann ich aus eigener Erfahrung mit meinen Kindern das Kinder-Museum! Die Steigerung der Besuche von Kindern um 25 Prozent zeigt: Dieser Schritt war richtig und wichtig!

Schulsanierungsprogramm verabschiedet

Im Jahr 2013 fing alles mit Protesten von Eltern an – 2014 wurden dann weitere 150 Millionen für das Schulsanierungsprogramm plus 40 Mio. Euro für die Elisabethenschule verabschiedet, um endlich das umzusetzen, von dem vorher nur geredet wurde: Kinder und Jugendliche müssen in einem bestmöglichen Umfeld lernen und heranwachsen können!

Betreuungsquoten erhöht

Die Betreuungsquoten sind im Vergleich der Jahre 2011 und 2016 deutlich gestiegen, in den Bereichen unter drei Jahren, über drei Jahren und von Grundschulkindern. Insgesamt konnten wir 1.508 zusätzliche Betreuungsplätze von November 2015 bis November 2016 für Kinder von 0 bis 10 Jahren einrichten.

Spielplatzsanierungsprogramm gestartet

Wichtig ist, dass sich Kinder in unseren Stadtteilen wohl fühlen. Dazu gehören funktionierende und schöne Spielplätze. Deswegen haben wir ein Sanierungsprogramm für Spielplätze verabschiedet, das 1 Million Euro umfasst.

Rekordanzahl Studierende erreicht

Aktuell studieren fast 70.000 Studierende in Frankfurt. Unsere Hochschulen wie die Goethe Universität, die Frankfurt University of Applied Sciene, die Hochschule für Musik und darstellende Kunst und die Frankfurt School of Finance & Management – um nur einige zu nennen – sind international anerkannt.

Wie sieht die Zukunft aus?

All diese Schritte können nur ein Anfang sein. Für mich gibt es einige wichtige Punkte, die wir gemeinsam in der Zukunft angehen müssen.

Jedes Kind ist gleich viel wert

Familien müssen mehr Wertschätzung erfahren: Ich will eine Kultur des Willkommens von Kindern in unserer Gesellschaft fördern. Das Leben mit Kindern ist eine Bereicherung für den Einzelnen und für unsere Gesellschaft insgesamt!

Ich bin selbst stolzer Vater von zwei Töchtern. Aus eigener Erfahrung weiß ich daher, dass es schwierig ist, Beruf und Kinder unter einen Hut zu bekommen. Das muss sich ändern!

In unserer Stadt soll jedes Kind unabhängig von seiner sozialen Herkunft die gleichen Chancen haben. Den Abbau der sozialen Unterschiede und die Chancengleichheit, die wir für alle verwirklichen wollen, erreichen wir nur durch Bildung.

Kostenlose Kita und bessere Bezahlung der Erzieherinnen und Erzieher

Meine Forderung ist klar: Die Kita muss vom 1 bis zum 10 Lebensjahr kostenfrei sein. Die ersten Lebensjahre und die Chancengleichheit, die sich durch ein kostenfreies Angebot ergibt sind zentral für unsere Kinder und unsere Gesellschaft. Das darf aber nicht bedeuten, dass die Qualität des pädagogischen Angebots sich verschlechtert. Erzieherinnen und Erzieher müssen nicht nur besser bezahlt, sondern auch entlastet werden.

Betreuungsgarantie für jedes Kind

Endlich eine Betreuungsgarantie für jedes Kind! Bis 17 Uhr muss es für jedes Kind einen Betreuungsplatz geben, damit Familie und Beruf vereinbar sind. Hier muss die Stadt unseren Familien unter die Arme greifen, wenn das Land keine Angebote schafft.

Schulen müssen schnell gebaut und unbürokratisch erneuert werden, mindestens 18 neue Schulen in den nächsten 5 Jahren, sowie 13 umfangreiche Anbauten stehen auf der Agenda.

Kinder- und Familienzentren in jedem Stadtteil

Es muss Kinder- und Familienzentren in jedem Stadtteil geben – damit es nicht nur zentrale Anlaufstellen gibt, sondern auch nahe Begegnungsorte geschaffen werden. Familien müssen durch Beratungsangebote in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft unterstützt werden.

Kampf gegen Kinderarmut

Im Jahr 2011 habe ich mit vielen anderen den Verein „Main Kind e.V.“ gegründet. Es geht darum, einzelne Projekte gegen Kinderarmut schnell und unbürokratisch zu erreichen, wie zum Beispiel neue Spielsachen oder die finanzielle Unterstützung eines Ausfluges. Es ist toll, wie viele Spenden uns in all den Jahren erreicht haben!

Ich habe selbst lange Zeit beim Paritätischen Wohlfahrtsverband gearbeitet und auch ein Kinder- und Jugendhaus geleitet. Hier habe ich Familien kennen gelernt, die mir persönlich viel mit auf den Weg gegeben haben.

Wichtig ist es, den langen Weg zur vollständigen Bekämpfung von Kinderarmut unermüdlich und vor allem zusammen zu gehen. Ein wichtiger und zentraler Schritt auf diesem Weg ist Bildung. Jedes Kind muss unabhängig von seiner sozialen Herkunft die gleichen Chance haben. Das bedeutet für mich vor allem, jeden Bildungsweg gehen zu können. Und um das zu garantieren, braucht jede Familie dabei unsere volle Unterstützung und auch unseren besonderen Schutz.

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