Wie lauten die Fakten?

Der Frankfurter Flughafen ist einer der größten Flughäfen Europas. Gleichzeitig resultiert aus seinem hohen Flugaufkommen eine große Lärmbelastung für unsere Stadt und die Region. Diese Lärmbelastung vermindert nicht nur die Lebensqualität der betroffenen Bürgerinnen und Bürger, sie ist auch im hohen Maße gesundheitsgefährdend. Das belegen wissenschaftliche Studien.

Die Norah-Studie ist ein Beispiel. Sie beschäftigt sich mit dem Einfluss des Fluglärms auf die Entwicklung unserer Kinder. Ihre Ergebnisse belegen, dass es vor allem zu Lernverzögerungen durch die Belastung mit Fluglärm kommt. Diese Nachricht allein muss ausreichen um zu handeln – wir alle stehen dafür in der Verantwortung.

Was hat sich in den letzten Jahren verändert?

Stabstelle Fluglärm gegründet

Wir haben die Stabstelle Fluglärm gegründet. Seit dem ersten Oktober 2016 ist sie aktiv.

Dr. Ursula Fechter ist die zuständige Dezernentin. Sie ist ehrenamtliche Stadträtin, Gründungsmitglied der Bürgerinitiative Sachsenhausen gegen eine neue Landebahn und engagiert sich dort seit 1998 als Sprecherin gegen den Ausbau und seine Folgen für die Frankfurter Bürgerinnen und Bürger.

Ich schätze Frau Dr. Fechter sehr. Lange kenne ich Sie bereits als beharrliche, ehrliche und offene Anwältin für der von Fluglärm und Emissionen betroffenen Bürger.  Ich bin froh Sie im persönlichen Gespräch für unsere städtische Stabstelle gewonnen zu haben.

Vorrangiges Ziel der Stabsstelle ist es im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten und übertragenen Zuständigkeiten der Stadt einen besseren Fluglärmschutz – insbesondere für die betroffenen Menschen im Frankfurter Süden – zu erreichen und allen Frankfurterinnen und Frankfurtern als zentrale Anlaufstelle zu dienen.

Die Stabstelle organisiert Informationsveranstaltungen, wird Kriterien für eine echte Lärmobergrenze erarbeiten und ein kommunales Fluglärmmonitoring für Frankfurt erstellen.

Zusammenarbeit in der Region

Wichtig ist mir die Zusammenarbeit in der Region: Gemeinsame Forderungen mit den Oberbürgermeistern von Mainz und Offenbach aufzustellen macht uns stärker. Zuletzt haben wir unter anderem gemeinsam unsere Unterstützung für ein absolutes Nachtflugverbot von 22 Uhr bis 6 Uhr bekräftigt.

Lärmsenkung erstmals im Koalitionsvertrag verankert

Ein weiterer Fortschritt ist, dass im Koalitionsvertrag der SPD, CDU und der Grünen explizit verankert wurde, dass es im Vergleich zum heutigen Stand leiser werden muss. Des Weiteren haben wir uns darauf verständigt, dass man wirtschaftliche Stärke und Lärmreduzierungen in Einklang bringen muss.

Geld für eigene Messstationen bereitgestellt

Um auf eigene Werte zurückgreifen zu können, wird eine stationäre Schadstoffmessgeräte für Ultrafeinstäube eingerichtet. Geplant sind weitere Messstationen an verschiedenen Orten innerhalb der Stadt.

Problematik sichtbar gemacht

Mir ist wichtig, dass das Thema Fluglärm nicht nur von denen besprochen wird, die es betrifft. Es geht uns alle etwas an und es ist deshalb nur richtig, dass gemeinsam über Lösungen und Möglichkeiten gesprochen wird. Deswegen habe ich viele betroffene Menschen in den Kaisersaal eingeladen, um offen über die Lärmbelastung zu sprechen.

Um selbst zu verstehen, wie der Fluglärm die eigene Lebensqualität einschränkt, habe ich bei von Fluglärm betroffenen Bürgerinnen und Bürgern übernachtet.

Wie sieht die Zukunft aus?

Nachtflugverbot von 22 Uhr bis 6 Uhr

Unser erstes Ziel ist ein Nachtflugverbot von 8 Stunden, also von 22 Uhr abends bis 6 Uhr morgens. Wichtig ist, dass es dabei nicht um Lärmverlagerungen geht, sondern um echte Lärmreduzierungen.

Lokale Lärmobergrenze

Weiterhin ein großes Ziel ist die Festlegung einer lokalen, festen Lärmobergrenze. Diese Lärmobergrenze muss bewirken, dass es gegenüber dem bestehenden Lärm leiser wird. Sie muss überprüfbar sein und ist nicht verhandelbar.

Folgen für das Überschreiten von Lärmobergrenzen

Wichtig ist das im Rahmen der Lärmobergrenze eine unabhängige Überwachung erfolgt. Überschreitungen müssen dokumentiert werden und Folgen nach sich ziehen.

Es muss leiser werden!

Wir wollen in den kommenden Jahren die Rolle des Frankfurt Flughafens sichern. Das bedeutet aber auch, seine wirtschaftliche Stärke in Einklang mit weiteren Lärmreduzierungen bringen. Gemeinsam mit der Region müssen wir dafür sorgen, dass es im Vergleich zum derzeitigen Stand leiser wird.

Ich will keine Politik betreiben, die sagt „Wenigstens tun wir irgendwas“ – ich will eine Politik, die das Richtige tut! Das bedeutet für mich: Gesundheit steht ganz klar vor Profit!

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