Wie lauten die Fakten?

15,9 Prozent der Bevölkerung in Frankfurt sind über 65 Jahre alt, an der Zahl ungefähr 110.000. Davon sind 19 343 Menschen pflegebedürftige Leistungsempfängerinnen und Leistungsempfänger, ein Großteil in der ersten leichteren Pflegestufe. 

Wir Menschen werden immer älter – was daran liegt, dass unsere Lebensbedingungen und die medizinische Versorgung in den letzten Jahrzehnten besser geworden sind. Wichtig ist, dass wir diese Entwicklung als eine Chance begreifen und nicht als Problem!

Was hat sich in den letzten Jahren verändert?

Barrierefreie und bezahlbare Wohnungen

Wir haben in den letzten Jahren eine Vielzahl von barrierefreien und bezahlbaren Wohnungen in ganz Frankfurt gebaut, um Menschen in die Mitte unserer Gesellschaft zu holen.

Pilotprojekt im Nordwestzentrum

Dieses demnächst an den Start gehende Projekt im Nordwestenzentrum ist für mich ein tolles Vorbild, wenn es um die Förderung von sozialen Begegnungen geht. Es beinhaltet nicht nur Räume und Anlaufstellen für ältere und jüngere Menschen, sondern auch Dienstleistungshilfen und Beratungsangebote. Toll, dass wir dafür einen Platz inmitten eines Einkaufszentrum schaffen konnten.

Des Weiteren ist auch die Barrierefreiheit im Alltag ein wichtiger Punkt: Gastronomen achten verstärkt auf eine einfach leserliche Speisekarte, um nur ein Beispiel zu nennen.

Seniorenbeirat gestärkt

Wir haben den Seniorenbeirat gestärkt, er kann nun endlich eigene Anträge an das Parlament senden, eigene Pressemitteilungen verfassen und muss nicht wie bisher über das Sozialdezernat agieren.

Seniorenticket eingeführt

Im Jahr 2013 haben wir gemeinsam mit dem RMV das erste Seniorenticket eingeführt – jede Bürgerin und jeder Bürger ab 65 Jahren hat ein Anrecht darauf, dieses Ticket zu nutzen. Es ist bis zu 40 Prozent günstiger als eine normale Monatskarte. Nach 19 Uhr unter der Woche und ganztägig am Wochenende können beliebig viele Kinder unter 15 Jahren und ein Erwachsener kostenlos mitgenommen werden.  Ich freue mich sehr darüber, dass bis jetzt schon viele Menschen diese Vergünstigung nutzen konnten. Im nächsten Jahr werden wir es noch ausweiten und den Preis auf 1,50 Euro pro Tag reduzieren.

Deutscher Seniorentag in Frankfurt

In Frankfurt fand der elfte deutsche Seniorentag im Jahr 2015 statt. Für mich ein voller Erfolg! Es gab viele Angebote und hilfreiche Informationstermine für Seniorinnen und Senioren. Ich habe mich sehr über die Gelegenheit gefreut, mich mit den Bürgerinnen und Bürgern auszutauschen und dabei viel Interessantes erfahren.

Wie sieht die Zukunft aus?

Ausbau seniorenfreundlicher Aufenthaltsplätze in der Stadt

Es ist wichtig, dass sich alle Bürgerinnen und Bürger in unserer Stadt wohlfühlen. Wir müssen uns den Bedürfnissen aller Gesellschaftsbereiche anpassen und geeignete Orte finden, um Begegnungen möglich zu machen. Ob nun in Cafés oder anderen Treffpunkten.

Hilfe zu Hause ausbauen

Der Umzug ins Pflegeheim und damit der Riss aus der gewohnten Umgebung ist oft mit Anstrengung verbunden. Hier muss die Stadt Lösungen anbieten und Fördermöglichkeiten anbieten, damit ein selbstbestimmtes Leben im eigenen Zuhause möglich ist.

Demographischen Wandel als Chance begreifen

Ich begreife den demographischer Wandel nicht als eine Bedrohung, sondern die Gesellschaft des längeren Lebens als ein Geschenk, das wir nutzen sollten!

Wir müssen diese gesellschaftliche Herausforderung annehmen: Wir brauchen endlich ein realistisches und positives Altersbild. Seniorinnen und Senioren werden allzu oft nur anhand ihrer Defizite betrachtet. Es wird aufgelistet, was sie nicht mehr können. Dabei sollte man doch viel eher den Schwerpunkt darauf legen, was sie besonders gut können!

Tragende Stütze unserer Gesellschaft

Ältere Menschen sind die tragende Stütze unserer Gesellschaft. Ihr Einsatz innerhalb unserer Familien und für das Ehrenamt ist beispiellos. Ohne sie würden viele Lebensbereiche unserer Stadt an Qualität verlieren. Sie sind nicht nur wichtige Bezugspersonen, sondern auch Ratgeber, Unterstützer und Führungspersonen.

Auch im Alter wird uns allen ein wichtiger Platz in der Familie zuteil: Wir können unsere Erinnerungen mit unseren liebsten Menschen teilen und ihnen durch unsere Erfahrung weiterhelfen.

Besonders diese Lebenserfahrungen leisten einen besonders wichtigen Beitrag an unserer Gesellschaft – sie bewahrt uns vor manchen schweren Fehlern. Ich habe sehr viel von meinen Großeltern und später auch von meinen Eltern gelernt. Ohne sie wäre ich nicht dort, wo ich heute bin.

 

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